Vernetzung

2.4 Vernetzungsmöglichkeiten und Risiken

Für die Arbeit von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Landeskirche bietet Social Media einfache Möglichkeiten der Arbeitsorganisation und der Vernetzung untereinander, insbesondere, wenn diese regional weit verstreut sind. Neben den genannten Chancen birgt eine Aktivität in den Sozialen Medien auch gewisse Risiken, die es zu bedenken gilt:

Verfügbarkeit personeller Ressourcen

Wenn niemand zur Verfügung steht, der sich verlässlich um die Präsenz kümmert, besteht das Risiko, dass das Potenzial der Sozialen Medien nicht voll ausgeschöpft werden kann. Dies gilt natürlich erst recht, wenn sich die Handelnden nicht in der Kommunikation mit / in Sozialen Medien auskennen. Die fehlende kontinuierliche Pflege einer Präsenz bzw. die Pflege durch Mitarbeitende ohne entsprechende Kompetenzen kann schnell dazu führen, dass die gesetzten Ziele nicht erreicht werden und Nutzer das Interesse an Ihrer Präsenz verlieren.

fahr_2

„Kontrollverlust“

Mit dem Eintritt in die aktive Kommunikation im Social Web eröffnen Sie den Dialog mit Ihren Nutzern. Dabei sollten Sie bedenken, dass Ihre Präsenz als Fläche für Anfragen und (manchmal auch unberechtigte) Kritik genutzt werden kann. Um einen „Kontrollverlust“ zu vermeiden, gilt es daher folgende Aspekte im Blick zu behalten: den „richtigen Ton“ zu treffen (höflich und transparent kommunizieren) sowie zeitnah und souverän zu reagieren.

Anforderungen an die Kommunikation in den Sozialen Netzwerken sind daher Erfahrungen mit der Kommunikationskultur im Social Web. Zudem sollte jemand einen regelmäßigen Blick auf Ihre Präsenz haben und beobachten, was dort passiert. Auch wenn es selten vorkommt, dass übermäßig viel Kritik in einem kurzen Zeitraum auf einer Social Media Plattform gepostet wird, sollten Sie sich vorab mit diesem Fall auseinandersetzen.

Welche verantwortlichen Personen aus Ihrem Arbeitsfeld, in Gemeinde oder Kirchenkreis sollten in einem solchen Fall informiert werden? Wer bestimmt, wie auf die Kritik zu reagieren ist? Bitte beachten Sie: Das Risiko des Kontrollverlusts minimieren Sie nicht, indem Sie sich gegenüber dem Social Web verschließen. Es gibt zwar gute Gründe, nicht in Social Media aktiv zu werden.

Mögliche Kritik an Sie bzw. Ihre Organisation oder Ihre Themen sollte aber keinen Grund darstellen, denn auch ohne eine eigene Präsenz kann über Sie gesprochen werden. Sehen Sie Social Media als Chance, eine Diskussionsfläche zu bieten und zu erfahren, was andere über Sie denken und Ihnen mitteilen möchten

Rechtliche Risiken

Aus rechtlicher Perspektive ergeben sich Fragestellungen, die es vor und während der Social Media-Aktivität zu klären und zu beachten gilt. Die Risiken beziehen sich zum einen auf die allgemeine rechtssichere Gestaltung der Präsenzen und zum anderen auf die selbst oder fremd erstellten Inhalte auf den Social Media-Plattformen. Zu klärende Aspekte umfassen dabei den Datenschutz sowie Urheber- und Persönlichkeitsrechte. Antworten auf die wichtigsten Fragestellungen können Sie im Kapitel ‚Datenschutz und Social Media-Recht‘ nachlesen. Neben den oben dargestellten Chancen und Risiken gibt es für Ihre Organisation oder Gruppe möglicherweise noch ganz spezifische Aspekte, die es zu bedenken gilt. Überlegen Sie, wie das bei Ihnen ist, um zu einer Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Social Media zu gelangen. Beziehen Sie bei Ihren Überlegungen auch die nachfolgenden Aspekte mit ein, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

rand_ausruf

Social-Media-Recht wandelt sich ständig. Wenn Sei aktiv werden, achten Sei auf neue Bestimmungen und veränderte AGBs.